Medienhaus – Zentrum für evangelische Publizistik und Medienarbeit in Hessen und Nassau GmbH

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Das Medienhaus – Zentrum für evangelische Publizistik und Medienarbeit in Hessen und Nassau GmbH – ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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hr2 Morgenfeier

Du siehst mich

Nicole KohlheppPfarrerin Doris Joachim-StorchPfarrerin Doris Joachim-Storch

Ein echter Hingucker ist das Plakat: Leuchtend orange. Darauf ein Gesicht mit großen Knopfaugen. Der Mund lächelt. Er ist aus Buchstaben gezeichnet und bildet den Schriftzug: Du siehst mich. Dieses Plakat kann man jetzt in Berlin und in anderen Städten an einigen Häusern und Kirchen finden. Bald werden noch viel mehr solcher fröhlicher Gesichter zu sehen sein. In 31 Tagen beginnt der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg. Und das ist das Motto. Du siehst mich. Es bezieht sich auf einen Bibelvers aus dem 1. Buch Mose. Eine Frau namens Hagar hat das zu Gott gesagt: Du siehst mich!

Doch wie das Auge Gottes sehen die Augen auf den Plakaten eigentlich nicht aus. Eher ein bisschen wie die Augen und das Gesicht von Ernie aus der Sesamstraße. Der Freund von Bert. Das sind diese beiden liebenswürdigen Figuren, die einem die Welt erklären können wie kaum jemand, und die es immer schaffen, miteinander auszukommen, auch wenn sie sich streiten. Der Vergleich mit den Augen Gottes ist etwas gewagt. Aber wer weiß schon, wie die aussehen? Manche Kritiker des Kirchentagsplakates finden es kindisch und zu wenig ernst. Aber mir gefällt das. Diese leuchtenden Augen erklären mir, wie Gott ist: Freundlich und liebevoll. Ernste oder strenge Augen haben wir schon genug.
Das ist typisch für den Evangelischen Kirchentag – diese Mischung aus fröhlicher Leichtigkeit und ernsten Themen. Das wird auch dieses Jahr in Berlin und Wittenberg so sein. Es wird um die Reformation gehen, die vor 500 Jahren in Wittenberg begann. Und es wird um Hagar gehen, diese Frau aus Ägypten, die das gesagt hat, oder jedenfalls so ähnlich: Du bist ein Gott, der mich sieht. So steht es in der Bibel. Die Geschichte um Hagar ist bitter und ernst. Und gleichzeitig erzählt sie davon, wie tröstlich und stärkend es ist, liebevoll angesehen zu werden. Es steht zwar nichts davon in der Bibel, dass Gott gelächelt hat. Aber ich kann mir die Freundlichkeit Gottes nicht ohne ein Lächeln vorstellen.

Die komplette Morgenfeier von Pfarrerin Doris Joachim-Storch gibt es ab dem 23. April 2017 zum Nachlesen auf  www.rundfunk-evangelisch.de

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