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Osterzeit

Unverhofft glücklich

iStock/FangXiaNuoLiebespaar in einem Altenheim

Medienhaus/Nicole KohlheppKsenija Auksutat ist Pfarrerin in Darmstadt

Zum Gottesdienst im Seniorenheim kommt eine Frau zur Tür herein. Ihre Haare leuchten weiß, ihr Gesicht strahlt. Nach ihr rollt ein Herr seinen Rollstuhl in den Raum. Die beiden suchen sich nebeneinander einen Platz, fassen sich an den Händen und schauen erwartungsfroh. »Das ist unser Liebespaar«, flüstert mir die Sozialbetreuerin zu. Sie lächelt und erzählt, die beiden seien immer gemeinsam im Haus unterwegs.

Seit zwei Jahren leben sie im Seniorenheim. Beide waren verwitwet und konnten alleine den Alltag in ihrem Zuhause nicht länger meistern. Hier haben sie sich kennengelernt und sind ein unzertrennliches Paar geworden. Stundenlang können sie beieinandersitzen, sich erzählen, gemeinsam Musik hören, zärtlich sein. Ich bin gerührt über die Liebesgeschichte dieser beiden hochbetagten Menschen. Ein Neuanfang wurde der Umzug ins Altersheim, der ja oft als der Beginn des letzten, aussichtslosen Lebensabschnitts angesehen wird.

Neuanfänge gibt es in jedem Lebensalter. Der erste Tag in der Kindertagesstätte ist für Kleine so ein Schritt. Von nun an bewegen sie sich immer öfter außerhalb des engsten Familienkreises. Auch der Beginn der Berufstätigkeit nach Schule und Studium markiert einen solchen Neuanfang. Ein Leben lang gilt es immer wieder, solche Übergänge zu meistern: die erste große Liebe, ein beruflicher Wechsel, die Verarbeitung eines Schicksalsschlages. Alle diese Neuaufbrüche bedeuten, dass man sich auf Unbekanntes einlassen muss, von dem man nicht weiß, wie es sich entwickeln wird.

Die Taufe ist ebenfalls ein Neuanfang im Leben. Etwas verändert sich, wenn man zu Jesus Christus gehört. Der Sonntag nach Ostern trägt den lateinischen Namen Quasimodogeniti. Übersetzt heißt das »wie die neugeborenen Kindlein« nach einem Vers aus dem ersten Petrusbrief. Wie Neugeborene nach der Muttermilch verlangen, sollen die Gläubigen die Nähe Gottes suchen (1. Petrus 2,2). Der Sonntag wird auch »Weißer Sonntag« genannt, vielleicht weil nach der altkirchlichen Tauftradition die am Osterfest getauften Christinnen und Christen ihre weißen Kleider wieder ablegten, die sie seit der Osternacht getragen hatten. Die Konfirmation, die in vielen Orten an diesem Sonntag gefeiert wird, erinnert an die Taufe. Im Übergang von Kindheit zum Erwachsenwerden bekräftigen die Jugendlichen ihr Vertrauen auf Gott.

In den Gottesdiensten an diesem Sonntag geht es um die Frage: Beginnt mit Jesus Christus wirklich etwas Neues? Zweifel haben hier ihren Raum. Kann ich wirklich glauben, dass sich bei mir etwas verändert? Weckt der Glaube an die Auferstehung in mir die Hoffnung, dass neues Leben schon jetzt beginnt?

Der Sonntag Quasimodogeniti ermutigt dazu, mit Neuem zu rechnen. Ich finde Gott nicht nur in dem, was ich schon kenne, im Alten und Gewohnten. Er begleitet mich bei meinen Neuaufbrüchen. Selbst wenn ich nichts mehr für mich erwarte, kann der Glaube neue Hoffnung wecken. Wo ich selbst vielleicht zögere, ermutigt mich mein Glaube zu vertrauen. Das hochbetagte und frisch verliebte Paar im Seniorenheim ist für mich der beste Beweis.

Ksenija Auksutat

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