Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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Ausbildung neben Studium und Uni

15 Jahre radio-/medien-starter

Hörfunkschule Frankfurt

Seit 15 Jahren bieten wir die Ausbildungen radio-/medien-starter an. Rund 120 junge Menschen haben wir seitdem in dem Projekt im Radio-, aber auch im TV- und Online-Journalismus ausgebildet. Die Teilnehmenden absolvieren die Ausbildung neben Schule oder Uni. Ein ganz persönlicher Rückblick auf 15 Jahre radio-/medien-starter.

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Karsten FinkSarah Maxen war im ersten radio-starter-Kurs 2005/2006. Heute arbeitet sie als Nachrichtenredakteurin bei Hit Radio FFH. Außerdem ist sie Projektassistentin der Hörfunkschule Frankfurt.

15 Jahre – unglaublich, wie lange das schon wieder her ist. Und ich darf das wirklich sagen, denn ich bin eine radio-starterin der ersten Stunde. Vor 15 Jahren hat für mich zusammen mit 16 weiteren jungen Menschen eine sehr aufregende Zeit begonnen – und sie hat mein weiteres Leben sehr geprägt.

Zugegeben, ich bin etwas voreingenommen, denn seit fast zwei Jahren bin ich von der „Ehemaligen“ der Hörfunkschule zum Teammitglied geworden. Aber auch ohne meine Tätigkeit würde mein Urteil nicht anders ausfallen: Ich bin sehr froh, dass ich mich damals für die radio-starter-Ausbildung beworben habe: 19 Jahre alt, das Abi noch nicht ganz in der Tasche.

Kreative Selbstdarstellung gab es auch damals schon

In meinem Kopf war klar: Ich will im Journalismus arbeiten, am liebsten beim Radio. Dafür wollte ich studieren – irgendwas (am Ende ist es dann Germanistik geworden – was auch sonst…) – und nebenbei möglichste viele praktische Erfahrungen sammeln. Da schien mir die radio-starter-Ausbildung perfekt geeignet.

In meiner Bewerbung musste ich eine kreative Selbstdarstellung anfertigen, wie sie auch heute noch alle Bewerber für radio-/medien-starter abliefern müssen. Ich erstellte eine Power-Point-Präsentation mit drei verschiedenen Audio-Dateien zum Anhören: „Das bin ich“, „So bin ich“ und „Warum radio-starter“. In letzterem Part formulierte ich unter anderem: „In den Seminaren kann ich mein Wissen auffrischen und neue Sachen lernen. Ich möchte möglichst viele Gebiete und Aspekte des Radiojournalismus kennen lernen.“

Reportage-Workshop in Erinnerung geblieben

Im Rückblick kann ich sagen, dass ich wirklich viele Einblicke in den Radiojournalismus bekommen habe: Moderation, Nachrichten, Reportage, Kollegengespräch – aber auch Medienrecht und –ethik sowie Feature. Das alles in gewohnter Hörfunkschul-Manier mit der nötigen Theorie, aber vor allem mit vielen praktischen Übungen.

Ich erinnere mich noch gerne daran, dass wir nach dem Reportage-Workshop mit Stefan Pommerenke (der auch den jungen Menschen heute noch in der Hörfunkschule beibringt wie Reportieren geht) die Hausaufgabe bekommen haben, eine Reportage aus dem Schwimmbad zu machen: ein Sprung vom Drei-Meter-Brett fürs Radio. Gar nicht so einfach, das mit dem Mikro einzufangen.

"Geht nicht nur auf - geht auch ab!"

Toll auch die eigene Radiosendung, die wir radio-starter im Rahmen eines der Workshops erstellen sollten. Damals sollten wir uns ein eigenes Konzept überlegen – wie soll der Sender heißen und was laufen da für Themen? Wir nannten den Sender „Rising Radio“ mit dem originellen Claim „Geht nicht nur auf – geht auch ab!“. Sogar eine eigene Verpackung hat einer der Teilnehmer für „Rising Radio“ gebastelt. Das sind alles tolle Erlebnisse, an die ich mich gerne erinnere.

Die Skills, die ich daraus mitgenommen habe, haben mir meinen Berufseinstieg definitiv erleichtert. Kurz nach meinem radio-starter-Abschluss konnte ich als freie Mitarbeiterin im Regionalstudio Mittelhessen von Hit Radio FFH anfangen. Das war enorm hilfreich, dass ich sagen konnte: Umfragen habe ich schon mal gemacht und texten fürs Radio kann ich auch. Bei einem Unwetter-Einsatz sollte ich mein erstes Kollegengespräch für FFH machen – live am Telefon erzählen, wie doll der Sturm in Gießen gewütet hat. Natürlich war ich aufgeregt, aber profitiert habe ich, weil ich durch radio-starter wusste, wie ein Kollegengespräch funktioniert und Live-Erfahrungen hatte ich in der radio-starter-Praxisphase, dem Ausbildungsradio, auch bereits gesammelt.

Netzwerken ist ein Pluspunkt

In meiner radio-starter-Bewerbung habe ich aber noch einen Wunsch an die Ausbildung formuliert: „Ich erhoffe mir für später wertvolle Kontakte zu haben und dass ich da Tipps bekomme, wie ich den Berufseinstieg schaffen kann.“

Und auch da kann ich sagen: Der Plan ist voll und ganz aufgegangen. Nach der freien Mitarbeit folgte mein Volontariat und dann die Festanstellung. Heute bin ich in der FFH-Nachrichtenredaktion und Projektassistentin in der Hörfunkschule Frankfurt.

Ehemalige blicken zurück

Auch viele der rund 120 radio-/medien-starter haben in der Medienwelt Fuß gefasst: Vassili Golod etwa. Er war im radio-starter-Jahrgang 13/14 und arbeitet mittlerweile für die ARD als Autor und Reporter  im Studio London. Er sagt: „Durch radio-starter habe ich mich journalistisch weiterentwickelt, bin menschlich gewachsen und habe neue Freundschaften gewonnen – ich bin glücklich ein Teil dieses großartigen Projekts gewesen zu sein.“

Patrick Stricker war im Jahrgang 12/13 und er sagt: „Ohne das Wissen und die Erfahrungen aus dem radio-starter-Kurs oder auch dem Ausbildungsradio – besser als (fast) jedes Praktikum – wäre der Start in mein Volo um einiges holpriger gewesen!“ Patrick arbeitet heute als freier Mitarbeiter in der Sportredaktion des Hessischen Rundfunks.

Manche sind beruflich auch andere Wege gegangen

Nicht jeder radio-/ und medien-starter ist in den Medien geblieben. Einige haben einen anderen Weg eingeschlagen. Sind Lehrer geworden oder haben eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht. Vielen von ihnen hat die Ausbildung trotzdem etwas gebracht. So sagt etwa Nadja Jung: „Bei radio-starter habe ich gelernt mich kurz zu fassen, verständlich zu formulieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch wenn ich nicht in der Radiobranche arbeite, kann ich daraus immer noch viel ziehen. Außerdem hat es richtig Spaß gemacht, so viele spannende Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.“

Nadja arbeitet mittlerweile als stellvertretende Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der SPD-Bundestagsfraktion. Vor 15 Jahren war sie mit mir zusammen im ersten radio-starter-Kurs. Ebenso wie Florian Schäfer. Er ist heute Systemingenieur für Videobroadcastsysteme beim SWR in Baden-Baden. Er sagt: „Die Zeit bei der Hörfunkschule als radio-starter hilft mir noch heute, auch wenn ich keiner journalistischen Tätigkeit nachgehe: Ich weiß, worauf es den Redakteuren ankommt, wenn sie Probleme mit der ständig komplexer werdenden Technik haben. Außerdem schätze ich die vielen Menschen aus dieser Zeit, die mich nach vielen Jahren immer noch kennen und Freunde geworden sind.“

MD-Player - was ist das?

Und Florian – ich kenne ihn besser als Flosch – spricht es an: Die Technik hat sich in den 15 Jahren rasant entwickelt. Die Audio-Dateien für meine radio-starter Bewerbung habe ich damals mit einem MD-Player aufgenommen. Weiß heute noch jemand, was das ist?

Radio machen allein reicht nicht mehr aus – wir müssen auch Online bedienen und die sozialen Netzwerke. Aber: Wer das Handwerk einmal richtig gelernt hat, der wird auch alle Neuerungen lernen zu beherrschen. Deshalb freue ich mich auf viele weitere radio-/ und medien-starter-Jahrgänge und bin gespannt, wo es Euch danach hintreibt!

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