Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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Menschen leben nicht allein von ihren Büros, Schulen, Fabriken, Firmen und Einrichtungen

Dankmal – nicht nur heute

eöa / Rebecca KellerMenschen brauchen Denkmäler, die sie an das erinnern, was war. Die Matthäuskirche in Darmstadt ist eine der sogenannten Notkirchen, entworfen von Otto Bartning in den Jahren 1947 bis 1953. Die Wände sind aus dem Split von Trümmern gemauert.

privatPfarrerin Clarissa Graz ist Vertreterin der Diakonie Hessen im Evangelischen Büro am Sitz der Landesregierung in Wiesbaden.

Tag des Offenen Denkmals – immer am zweiten Sonntag im September. Das Motto in diesem Jahr: »Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken«. Nachhaltigkeit ist das Thema. Auf großen Publikumsverkehr verzichten die Initiatoren, sie setzen weitgehend auf digitale Begegnung.

So es geht, sind die Kirchen offen

Großen Publikumsverkehr erwarten auch die Kirchen nicht am zweiten Sonntag im September. Ein soundsovielter Sonntag nach Trinitatis bewegt die Massen nicht. Aber: So es geht, sind sie offen, die Kirchen. In echt. Wer will, kann kommen. Und vielerorts haben die Kirchen neben und in dem Digitalisierungsschub der vergangenen Monate mit ganz schlichten Formaten der Kirchenöffnung gute Erfahrungen gesammelt.
Menschen leben nicht allein von ihren Büros, Schulen, Fabriken, Firmen, Geschäften und Einrichtungen. Sie brauchen Denkmäler, die sie an das erinnern, was war, und die mit dem, was in ihnen geschieht, hinausweisen über den Alltag und in ihn hinein. Dazu passt der gute alte Wochenspruch für diesen 14. Sonntag nach Trinitatis: »Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.« Das Denkmal verwandelt sich in ein Dankmal: »Chance Dankmal. Erinnern. Erhalten. Neu danken«.

Anstifter zur Dankbarkeit werden

Mir gefällt die Vorstellung: Danken gegen das Vergessen. In den Kirchen können das die Menschen erfahren und in ihren Alltag nachhaltig mitnehmen, quasi mit Nachhall. Und wir könnten als kirchliche Denkmalhüter Anstifter zur Dankbarkeit werden. Mit einfachsten Mitteln! Es ist doch alles da. Türen auf, gut lüften, Wochenspruch auslegen, der Vernunft der Menschen vertrauen und dem Frieden Gottes, der bekanntlich höher ist als alle Vernunft. Eine freundliche Aufsicht dazu und musikalisch – vorerst gesummt und immer wieder – »Tut mir auf die schöne Pforte, führ in Gottes Haus mich ein, ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein!«
Das Wort Denkmal lässt sich übrigens erstmals in den Schriften Martin Luthers nachweisen, wo es die Bedeutung »Gedächtnisstütze« hat. Den Bau von Kirchen begründet er mit drei Aufgaben: das Zusammenkommen der Christinnen und Christen, das Hören auf Gottes Wort und die Antwort der Gemeinde in Form von »kräftig Gebete gen Himmel schicken, Danksagung, Rühmen und Preisen«. Wenn das alles nicht mehr geschieht, »soll man dieselben Kirchen abbrechen, wie man alle anderen Häuser tut, wenn sie nimmer nütze sind«. Das sei ferne! Nutzen wir den Tag als Chance Dankmal. So wie es Menschen geben soll, Christinnen und Christen und andere auch, die jeden Tag mit einem Dank beschließen. Ich denke, das täte uns als Kirchenhütern gut: weniger Schäfchen zählen oder Kröten, sondern das, wovon wir leben, kundtun. »Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.« Dann klappt’s auch mit dem Einschlafen und erst recht mit einem fröhlichen Erwachen. Von Clarissa Graz

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