Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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hr2 Morgenfeier

Die Zehn Gebote - Von der Kunst, befreit zu leben

„Du sollst nicht töten!“ - „Du sollst nicht ehebrechen!“ – „Du sollst Vater und Mutter eh-ren!“ – „Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen!“ – „Du sollst nicht stehlen! – „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden!“ …

Wenn man Menschen nach dem christlichen Glauben fragt, dann fallen vielen als erstes die Zehn Gebote ein, diese zehn „Richtlinien“, die Gott dem israelischen Propheten Mose laut der Bibel vor rund 3000 Jahren auf dem Berg Sinai übergeben hat. Auf zwei Steintafeln gemeißelt. Während der Berg rauchte. Und es donnerte und blitzte.

            Seit diesem Tag auf dem Sinai fragen sich Glaubende und Zweifelnde: Was hat sich Gott bei diesen Zehn Geboten eigentlich gedacht? Sind sie so etwas wie eine grundlegende Ethik? Geht es Gott darum, Leitplanken für moralisches Handeln festzulegen? Ist das Befolgen der Zehn Gebote ein besonderes Erkennungsmerkmal der Frommen? Oder gilt tatsächlich: Nur wer die Zehn Gebote perfekt befolgt, kommt eines Tages in den Himmel?

            Zumindest wurde das viele Jahrhunderte genauso vermittelt … leider. Das hörte sich dann meist so an: „Die Zehn Gebote sind der absolute Maßstab für ein gottgefälliges Leben. Also halte dich gefälligst daran! Denn wenn du’s nicht tust, dann schmorst du für alle Ewigkeit in der Hölle und wirst von fiesen Teufeln gequält.“

            Die Frage ist nur: Hat Gott die Zehn Gebote wirklich verkündet, um Menschen Angst zu machen? Um ihnen mit erhobenem Zeigefinger Sitte und Anstand einzupeitschen und ihnen drakonische Strafen anzudrohen, falls sie sich nicht daran halten? Klingt nicht überzeugend. Vor allem klingt das nicht nach dem liebevollen Gott, von dem das Alte Testament erzählt und von dem Jesus so leidenschaftlich schwärmt.

            Ja, wenn Gott tatsächlich ein Freund der Menschen ist, dann könnte es doch sein, dass es bei den Zehn Geboten gar nicht um Verbote, sondern um AnGebote für ein befreites Leben geht? Also quasi um eine kluge Gebrauchsanleitung fürs Leben. Das würde zumindest erklären, warum der Reformator Martin Luther voller Überzeugung behauptet: Die Zehn Gebote sind „der höchste Schatz, den Gott den Menschen gegeben hat“. Luther hat die Zehn Gebote zu einem Herzstück seines Katechismus gemacht, sie also zu den Dingen gezählt, die man unbedingt über den Glauben wissen sollte.

            Lassen Sie uns den Zehn Geboten ein bisschen nachspüren. Denn diese 3000 Jahre alten Ideen tragen auch noch im 21. Jahrhundert eine ungeahnte Kraft in sich.

 

Die komplette Morgenfeier von ​Pfarrer Dr. Fabian Vogt gibt es ab dem 7. Juli 2019, 8 Uhr, zum Nachlesen auf  kirche-im-hr.de

 

 

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