Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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Jesus mag kein fades Gericht, er möchte vielmehr die Früchte des Geistes genießen.

Ihr seid Salz, seid Licht, ihr habt Pep!

xphereMit wenigen Gewürzen lässt sich ein schmackhaftes Gericht zubereiten.

ELKB/RostSusanne Breit-Keßler ist Regionalbischöfin in Ruhe und unter anderem Vorsitzende des Kuratoriums »7 Wochen ohne«.

Zum Kochen braucht man gutes Licht und eine Handvoll ordentlicher Gewürze. Jesus, der gerne gefeiert und gegessen hat, vergleicht seine Freunde und Freundinnen mit Salz und mit Licht. Schön dabei ist, dass er nicht sagt: »Ihr müsst Salz und Licht werden und dazu Folgendes machen.« Nein, keine religiöse Umerziehung. Anders als moderne Moralapostel, die einem ständig vorerzählen, was man noch alles tun soll, um die Welt, den Frieden, die Gerechtigkeit und die Schöpfung zu retten, haut der Gottessohn richtig einen raus: Ihr seid Salz, seid Licht, ihr habt Pep! Zeigt es, Leute!
Aus dem Zuspruch kommt Anspruch: Verplempert nicht eure großartigen Fähigkeiten, bis alles wie eingeschlafene Füße schmeckt oder der Schattenwurf immer länger wird. So viel göttlicher »Schmackes« macht mobil. Wenn es davon mehr gäbe, würden Menschen eher Freude am Leben und an ihrer Arbeit haben, sich lieber für etwas engagieren. Denn natürlich mache ich dann etwas gerne für andere, wenn mir jemand das von vornherein zutraut und mich liebevoll an meine Fähigkeiten erinnert. Soviel Anerkennung lasse ich mir auf der Zunge zergehen.

Jesus will die Früchte unseres Geistes serviert bekommen

Jesus will kein fades Gericht vorgesetzt bekommen, sondern etwas, das einem Ahs und Ohs entlockt, das Begeisterung auslöst. Er will Ergebnisse sehen, die Früchte unseres Geistes serviert bekommen. Ja: Jeder, jede schleppt Ängste mit sich herum, die einen am glanzvollen Würzen hindern. Aber da ist Gott, der mir Kraft, meine Würze, mein Licht, meine Sterne verleiht! Ich gehöre mit dem zusammen, der weiß, was ich kann und was nicht, der mir zutraut, es herzuzeigen, und der erwartet, dass ich loslege mit dem Abschmecken und Leuchten. Was wären Christenmenschen, wenn sie keinen Biss hätten? Wenn sie ihr Licht unter den Scheffel stellten. Legen wir los! Salz würzt und reinigt. Es konserviert. Es ist an uns, gute Traditionen zu bewahren – wie die Kirchenjahreszeiten, die dem Leben Rhythmus verleihen. Es ist unsere Aufgabe, uns einzumischen und die Werke der Barmherzigkeit hochzuhalten: Hungernde speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde aufnehmen, Nackte kleiden, Kranke und Gefangene zu besuchen. Das ist gepfeffert und lichtvoll zugleich.

Der Welt strahlend servieren, was uns der Glaube eingibt

Übrigens: Es ist nicht immer die flammende Rede, die Würze ins Dasein bringt, oder die heroische Tat, die Finsternis erhellt. Manchmal sind es salzige Tränen, die einer oder eine stumm mit einem anderen weint – und ihm oder ihr die Gewissheit schenkt, dass Licht am Ende des Tunnels wartet.
Es gibt viele Gelegenheiten, mit den Früchten des Geistes aufzuwarten und der Welt strahlend zu servieren, was uns der Glaube eingibt. Wir können ruhig mit einer pikanten Note unser Licht leuchten lassen. Die Leute sollen deshalb nicht uns, sondern den Vater im Himmel preisen. Von Susanne Breit-Keßler

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