Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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hr2 Morgenfeier

Keine Angst vor Riesen

Karsten Fink / MedienhausPortraitfoto: Pfarrerin Vera LangnerPfarrerin Vera Langner

Ein toller Kampf war das damals: Der kleine Hirtenjunge David gewinnt gegen den überheblichen Riesen Goliat! Das Bild aus meiner Kinderbibel habe ich noch vor Augen: Der schwerbewaffnete Riese liegt am Boden mit Brustpanzer und Schienbeinschützern, mitten auf der Stirn der runde Kieselstein, der ihn umgehauen hat. Daneben steht der zierliche Junge, leicht bekleidet, mit seiner Steinschleuder in der Hand, und er lacht.

Warum es sich manchmal lohnt zu kämpfen


In seinen Augen habe ich als Kind gelesen: „Das hättet ihr nicht gedacht, dass ich das schaffe! Oder? Aber hier seht ihr, was ich kann, - auch wenn ich klein bin!“

Es waren wohl solche Geschichten, die mir als Kind geholfen haben, so manchen Kampf zu kämpfen gegen übermächtig scheinende Erwachsene, die mir Angst machen wollten. Der Kampf des David gegen Goliat, - eine Kinder-Mut-mach-Geschichte, wie ein Märchen aus uralten Zeiten, - und doch viel mehr.

Die Geschichte von diesem Kampf ist nämlich nur ein Kapitel in der langen Geschichte des Volkes Israel. Sie spielt vor 3000 Jahren. Über Jahrhunderte wurde sie weitererzählt, dann aufgeschrieben und immer wieder abgeschrieben. So ist sie bis heute aufbewahrt im sogenannten Alten Testament, der jüdischen Bibel, die für Christen als erster Teil zur Heiligen Schrift gehört. Denn in diesen alten jüdischen Geschichten zeigt sich Gott, so wie die Menschen damals es erleben und beschreiben konnten. Es wird sichtbar und spürbar, welche Gesetze des Lebens bei Gott gelten.

Deshalb sind sie für mich bis heute spannend. Jahrtausendealte Erzählungen, die immer noch wirken bis in unseren Alltag hinein, sie werden weitererzählt als Mut-Mach-Geschichten. Und eine davon ist die von David und Goliat.

Bis heute erkenne ich das Motiv der Erzählung in aktuellen Ereignissen wieder, immer dann, wenn der Kleine gegen den Großen überraschend siegt.

Da war zum Beispiel im letzten Jahr die Sache mit dem Hambacher Forst. Demonstranten hatten sich dort im Wald Baumhäuser gebaut, Kundgebungen organisiert und Klagen eingereicht. Sie wollten die noch verbliebenen Reste eines alten Waldes schützen, der Stück für Stück für den Braunkohleabbau weichen musste. Es schien aber ein vergeblicher Kampf zu sein. Bilder von schweren Bulldozern, zerstörten Baumhäusern und abgeschleppten Demonstranten prägten einige Tage die Nachrichten. Aber dann sah man plötzlich im Fernsehen diese lachenden Gesichter der Aktivisten. Sie hatten einen Sieg errungen gegen einen riesigen Konzern. Es war ein Gerichtsurteil, mit dem niemand mehr gerechnet hatte. Vorerst dürfen keine Bäume mehr gefällt werden in diesem kleinen alten Wald. Und nun lachten und tanzten sie voll Freude über diesen Sieg.

Der Kampf des kleinen David gegen den Riesen Goliat wird wohl immer noch und immer wieder gekämpft. Bis heute erleben Menschen: Mein Mut hat sich gelohnt. Ich kann etwas erreichen, auch wenn alles dagegen spricht.

Aber wie war es eigentlich damals zu diesem Kampf gekommen bei Goliat?

Welche Strategie hat David zum Sieg verholfen? ...


Die komplette Morgenfeier von Pfarrerin Vera Langner gibt es ab dem 3. Februar 2019, 8 Uhr, zum Nachlesen auf  kirche-im-hr.de

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