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Schüsse in Halle

Rechtsextremer Terror vermutet

Gettyimages/franz12Polizeiabsperrung SymbolbildPolizeiabsperrung Symbolbild

Nach den tödlichen Schüssen in Halle in Sachsen-Anhalt hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Hintergrund ist, dass es ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund der Tat gibt, wie eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte.

Für einen rechtsextremen Hintergrund sprächen die gesamten Umstände der Tat, so die Bundesanwaltschaft. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte: „Ich bin entsetzt über diese verabscheuenswürdige Tat. Es wurden durch sie nicht nur Menschen aus unserer Mitte gerissen, sie ist auch ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer.“

Ein Verdächtiger wurde bereits festgenommen

In Halle waren zuvor zwei Menschen erschossen worden. Es fielen mehrere Schüsse, wie die Polizei mitteilte. Die mutmaßlichen Täter waren zunächst flüchtig. Es wurde mit Hochdruck nach ihnen gefahndet. Die Bevölkerung wurde gebeten, in ihren Wohnungen zu bleiben. Am frühen Nachmittag vermeldete die Polizei über Twitter die Festnahme einer Person. Ein Schusswechsel soll sich „in der Nähe einer Synagoge“ ereignet haben. Die Polizei geht nach eigenen Angaben von mehreren Tätern aus.

Experte: Rechtsextreme Ideologie läuft immer auf Vernichtung hinaus

Matthias Blöser, Rechtsextremismusexperte im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN, warnt: „Rechtsextreme Netzwerke gibt es in ganz Deutschland – auch bei uns in Hessen.“ Das bedeute zwar nicht, dass es zwingend zu Gewalttaten komme, dennoch laufe die rechtsextreme Ideologie am Ende immer auf die Vernichtung des politischen Gegners hinaus. „Beispiele gibt es ja bei uns in Hessen. Die Drohbriefe an eine Frankfurter Anwältin kamen offenbar von Rechtsextremen. Und der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke war die bisherige Spitze,“ so Blöser.

Vermeintliche Selbstverteidigung als Legitimation von Gewalt

Entscheidend sei, inwieweit eine Gruppe oder auch ein Einzeltäter eine überspitzte Bedrohungslage konstruierten, erklärt der Rechtsextremismusexperte. Eine angebliche „Überfremdung“ des Landes könne am Ende so sehr als Bedrohung wahrgenommen werden, dass zu Gewalt gegriffen werde - und zwar legitimiert durch eine vermeintliche Selbstverteidigung. Ob das in Halle auch der Fall sein könnte, müssten allerdings erst die Ermittlungen zeigen, so Blöser.

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