Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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Bedrückendes können Menschen am Altar abgeben oder auch unter dem Kreuz am Pilgerweg

Sorge dich nicht, lebe!

privat/Bernd RauschEs macht das Gepäck leichter, wenn man einen Stein an den Fuß des Kreuzes legt, hier auf dem Pilgerweg an der Burg Herzfeld nahe Alsfeld.

privatJeffrey Myers ist Pfarrer in Ruhe. Er engagiert sich im Diakonissenhaus und im Evangelischen Verein für Innere Mission in Frankfurt.

Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen«, resümierte einmal Mark Twain. »Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten.« Diejenigen unter uns, die schon etwas älter sind, verstehen, was der Schriftsteller Twain damit augenzwinkernd meint. Oder man ahnt schon jetzt – und atmet deshalb ein wenig auf – dass sich die Mehrzahl der ausgemalten Sorgen früher oder später als unbegründet erweisen werden. Dennoch nimmt die Bibel die menschliche Neigung ernst, sich Sorgen zu machen. Das zeigt der Wochenspruch.

Gott lädt ein, die Sorgen abzugeben

Schon das erste Wort »Alle« wirkt mehr als tröstlich, sowohl im Deutschen wie auch im Originaltext. Denn Gott lädt uns ein, nicht nur die kleinen Irritationen und tagtäglichen Widrigkeiten abzugeben, sondern auch die großen Sorgen: jene Sorgen, manche erst in Zeiten von Corona entstanden oder dadurch zum Höhepunkt gebracht, die den Menschen gebeugt gehen lassen oder das Wort Freude aus ihrem Wortschatz streichen lassen. Auch jene Sorgen, die Gedanken und Kräfte in die Zukunft ziehen wollen, anstatt sie in der Gegenwart verweilen zu lassen, wo das Leben am schönsten zu finden und Gott am besten zu begegnen ist. Kein Wunder, dass Jesus rät: »Sorgt euch nicht um morgen.« Bleibt lieber im Hier und Jetzt.
Vor einigen Jahren habe ich die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher bei der Begrüßung spontan eingeladen, ihre Sorgen am Altar abzugeben – und stehenzulassen. Denn dort im Schatten des Kreuzes seien sie gut aufgehoben. »Falls Sie aber Ihre Sorgen vermissen, können Sie sie am Ende des Gottesdienstes oder jeder Zeit abholen«, habe ich hinzugefügt.

Sorgen sind bei Gott gut aufgehoben

Ein gutes Jahr später kam eine Gottesdienstbesucherin auf mich zu. »Vielen Dank noch mal, Herr Pfarrer, für die Einladung von damals. Eine große, bedrückende Sorge habe ich an dem Sonntag abgegeben; und ich vermisse sie bis heute nicht. Ich weiß, dass diese wie die anderen Sorgen bei Gott gut aufgehoben sind.«
Es muss aber nicht unbedingt die Kirche selbst der Ort für die »Übergabe« sein. Auch im persönlichen Gebet geht das »Werfen von Sorgen« wunderbar. Oder beispielsweise auf einem Pilgerweg. Am Fuß des neuen Pilgerkreuzes auf der mittelhessischen Burg Herzfeld nahe Alsfeld (Lutherweg 1521) sind Pilger und andere sorgentragende Menschen eingeladen, einen mitgebrachten Stein – und mit dem Stein schwerwiegende Sorgen – am Fuß des Kreuzes abzulegen. Sie stellen dabei fest: Das Gepäck wird leichter, sie selbst leichtfüßiger.

Jetzt ist die Zeit der Gnade

»I’m gonna wish I had worried less« ist der Titel eines Gospelsongs von Mark Bishop. Übersetzt heißt das: »Ich wünschte, ich hätte mir weniger Sorgen gemacht.« Warum nur einen Augenblick länger warten oder bloß einen Moment mehr verschwenden, um über die Vergangenheit nachzugrübeln oder in die Zukunft auszuweichen? Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils. Jetzt ist der Augenblick! Freuen Sie sich daran, wo die Freude am tiefsten und das Leben am wundervollsten ist: Hier und jetzt und während der Sommer nun langsam in einen hoffentlich von Sorgen befreiten, segensreichen bunten Herbst übergeht! Von Jeffrey Myers

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