Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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Traut Gott den Menschen zu, gut mit der Schöpfung und der Welt umzugehen?

Wenn Gewissheiten bröckeln

Deutscher Evangelischer KirchentagDas Plakatmotiv für den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund.

Deutscher Evangelischer KirchentagJulia Helmke ist die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

»Ich kann auf dich vertrauen. Du nimmst mich so hin, wie ich wirklich bin. Zweifel’ ich an mir, find ich Kraft in dir. In der schwersten Zeit, in der Dunkelheit leuchtet mir dein Licht, schenkst mir klare Sicht.« (Lied Nr. 1 aus dem Liederbuch #lautstärke)

Was für ein Vertrauen. Die Losung aus dem 2. Königebuch 18,19 ist als Losung, als Zeitansage für den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund ausgewählt worden – nach langen Gesprächen gerade mit jungen Erwachsenen, die dem Präsidium des Kirchentages deutlich gemacht haben: Wir sind erschüttert, unser Vertrauen in die Zukunft ist fragil. Bisherige Gewissheiten bröckeln. Wir wissen nicht mehr, wem wir vertrauen können – und auch nicht, ob Gott uns noch vertraut. Uns zutraut, gut mit der anvertrauten Schöpfung und Welt umzugehen. Wir wollen fragen und wir suchen Antworten.

»Was für ein Vertrauen«. Dieser kurze Satz hat bewusst kein Fragezeichen, Ausrufezeichen oder einen Doppelpunkt. Ein Abgesandter des assyrischen Herrschers spricht ihn aus. Die Assyrer stehen kurz davor, Jerusalem einzunehmen. Der Abgesandte kann nicht glauben, dass der König in Jerusalem auf seinen Gott vertraut, sich leiten und orientieren lässt und nicht von dem freien Spiel der Mächte.

Hiskia heißt dieser König. Er bleibt standhaft. Er erinnert sich an das, was ihn und seine Vorfahren getragen hat. Er setzt sich für sein Volk ein, zweifelt, ringt mit sich und seinen Beratern und gibt zugleich alles in Gottes Hände. Eine Geschichte in unruhigen, aufgeheizten Zeiten, bei denen nicht immer klar ist, was wahr ist und wie es sich zu entscheiden gilt. Ja, wer überhaupt noch Handlungsspielraum hat. Das gilt heute ebenso.

Was für ein Vertrauen. In über 2300 Veranstaltungen wird es vom 19. bis 23. Juni beim Kirchentag in Dortmund um dieses Vertrauen gehen. Wir wollen anschauen, was erschüttert, anklagen, wo Vertrauen und Menschenwürde missachtet werden, Scheitern betrauern und dem Gelingen trauen. Immer wieder den festen Grund suchen, der uns trägt. Trauen uns zu hoffen, erleben in der großen Gemeinschaft, wie Vertrauen eine Kraft ist, die aktiviert.

Kirchentag ist ein großes Pfingsterlebnis, immer wieder neu. Menschen kommen zusammen und lassen sich begeistern. Sie erinnern sich, wie einst Gottes Geist Menschen so erfüllt hat, dass sie sich auf einmal verstanden. Das ist Kirche. Und wie Gottes Geist uns belebt, begeistert. Immer noch. Jetzt. Im Beten, Diskutieren, Tanzen, Singen.

»Ich kann auf dich vertrauen.« So beginnt das Auftakt-Lied im neuen Kirchentagsliederbuch #lautstärke. Die 26-jährige Liedermacherin Annika Lohaus hat es geschrieben und vertont. Es bringt ins Schwingen und hat unsere Vorbereitungen seit über einem Jahr begleitet. Es wird den Kirchentag in Dortmund durchklingen. Die Aussage ist klar. Ja, trotz allem, in allem: Am Anfang steht Gottes Treue zu uns. Ohne Fragezeichen, mit Ausrufezeichen. Der Doppelpunkt ist unsere Antwort.

Von Julia Helmke

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