Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH

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Die Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und die zentrale Adresse für Publizistik und Medienarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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hr2 Morgenfeier

Der barmherzige Samariter lebt

Nicole KohlheppPfarrer Martin VorländerPfarrer Martin Vorländer

Es ist erst drei Jahre her und kommt mir doch viel länger vor. Deutschland hat sich seit diesen Tagen Anfang September 2015 verändert. Damals saßen am Bahnhof in Budapest Tausende Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak fest. Ungarn ließ sie nicht weiterreisen. Da nehmen einige Flüchtlinge ihr Schicksal selbst in die Hand.

Die Kultur des Helfens und warum wir für andere da sind

Sie laufen einfach los. Auf der Autobahn in Richtung Westen. Erst sind es ein paar Hunderte, dann über zweitausend Frauen, Männer und Kinder. Ein Flüchtlingstreck, wie ihn Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gesehen hat. Die Polizisten in Ungarn wissen nicht, wie sie so viele Menschen aufhalten sollten. Spät am Freitagabend des 4. September 2015 entscheiden die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann: Sie machen die Grenzen nicht zu. Sie lassen die Flüchtlinge in Bussen und Zügen nach Wien und dann weiter nach München reisen.
Gegen 13 Uhr kommen am Samstag, dem 5. September vor drei Jahren, die ersten 400 Flüchtlinge aus Ungarn in München an. Helfer bringen sie zu einer Sammelstelle, wo sie Essen und Trinken bekommen. Für die Kinder gibt es Kuscheltiere. Am Rand stehen Passanten. Als die Flüchtlinge eintreffen, fangen einige an zu klatschen, erst zaghaft, dann kräftig. Einer stimmt die Deutschlandhymne an, andere singen mit. Und dann beginnt das große Helfen. Hunderte Münchner und Menschen aus dem Umland überlegen nicht lang. Sie fahren zum Hauptbahnhof, bringen Spenden mit und tun, was sie tun können.
Deutschland erlebt zu seiner eigenen Überraschung eine Welle der Hilfsbereitschaft. Die einen nennen es einen Akt der Humanität. Andere finden es schon damals gefährlich naiv und verspotten die Helfer als Gutmenschen. Leute, die sich für andere und speziell für Flüchtlinge engagieren, werden von manchen inzwischen schief angeschaut oder sogar bedroht...


Die komplette Morgenfeier von Pfarrer Martin Vorländer gibt es ab dem 2. September 2018, 8 Uhr, zum Nachlesen auf  www.rundfunk-evangelisch.de

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